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Zustrom zu katholischen Schulen ungebrochen

Zustrom zu katholischen Schulen ungebrochen

Zustrom zu katholischen Schulen ungebrochen

Oberstes Ziel für katholische Schulen dürfe nicht eine bloß an pragmatischen Gesichtspunkten orientierte Ausbildung sein, warnte Luftensteiner. Es gehe vielmehr um die Frage, "was junge Menschen brauchen, um sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln zu können". Jedes Kind und jeder Jugendliche habe das Recht auf eine solche "Bildung", die dem christlichen Menschenbild entspricht.

 

Zur politischen Bildungsdebatte meinte Luftensteiner, dass es wohl hilfreich wäre, wenn von der Politik eingesetzte "Bildungsexperten" etwas mehr Bezug zum konkreten Schulalltag hätten. Aktuelle Fragen wie jene der Gesamtschule oder die Abschaffung des Sitzenbleibens würden von den katholischen Schulerhaltern unterschiedlich und differenziert diskutiert. Luftensteiner: "Das Wohl der Kinder steht bei uns im Mittelpunkt. Es braucht oft individuelle und regionale Lösungen und keine von einer Zentralstelle diktierten Modelle."

 

In vielen katholischen Schulen würden bereits seit Jahren Reformen umgesetzt, die derzeit noch politisch in Diskussion stehen. So hätten die Ursulinen in Graz längst ein modulares System in der Oberstufe eingeführt. Im "Kollegium Aloisianum", einer von den Jesuiten geführten AHS in Linz, gebe es längst schon Lehrerteams, die den Unterricht gestalten.

 

 

Forschung zu Gewaltprävention

 

 

Eines der großen Themen für die kirchlichen Schulen ist Gewaltprävention, wie Luftensteiner weiter sagte. Inzwischen habe beispielsweise gut die Hälfte aller in der "Vereinigung der
österreichischen Ordensschulen" zusammengefassten Schulen einen unabhängigen pädagogisch-psychologischen Dienst eingeführt. Dieser stelle einen wichtigen Aspekt der Gewalt- und Missbrauchsprävention an Schulen dar und biete Schülern, Eltern wie Lehrern einen "niederschwelligen Erstkontakt" und eine "Andockstelle".

 

In Zusammenarbeit mit der Universität Wien starten die Ordensschulen im Herbst zudem ein Forschungsprojekt: An fünf ausgewählten Schulstandorten werde das Gewaltproblem wissenschaftlich unter die Lupe genommen um für die Zukunft noch bessere Gegenstrategien und Hilfsangebote entwickeln zu können, so Luftensteiner.

 

Der Verein "Vereinigung der Ordensschulen" wurde 1993 gegründet und fungiert als Erhalter zahlreicher Ordensschulen, vornehmlich in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Vorrangiger Zweck ist es, die Orden in der Schulverwaltung und der wirtschaftlichen Führung der Schulen zu entlasten.

 

Quelle: Katholische Presseagentur, Wien, Österreich - www.kathpress.at