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Wohin geht die Reise? - Schultag am 24. November 2010

Wohin geht die Reise? - Schultag am 24. November 2010

Wohin geht die Reise? - Schultag am 24. November 2010

Die Jahrestagung der Schulerhalter und Schuldirektoren an ordenseigenen Schulen widmete sich wie der Österreichische Ordenstag ebenfalls dem Thema: „Gerufen und gesandt in diese Zeit. Wohin geht die Reise?“ Im Mittelpunkt der Überlegungen der Schulerhalter und Schuldirektoren standen die Ordensschulen, die aus wirtschaftlichen oder personellen Gründen von Orden nicht mehr weitergeführt werden und bei denen man nach neuen Formen der Schulträgerschaft sucht, z. B. auf Vereinsbasis. So zählt die 1993 gegründete und in der Österreichischen Superiorenkonferenz angesiedelte „Vereinigung von Ordensschulen Österreichs“ bereits 18 Schulen und einen Kindergarten.

Nach einer meditativen Einführung durch Schülerinnen und Schüler des Wiener „Schulzentrums Friesgasse“ sprach der Theologe und pädagogische Geschäftsführer der „Sießener Schulen“ im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, Paul Stollhof, über seine Erfahrungen und stellte seinen vor elf Jahren gegründeten Trägerverein vor. Bei den „Sießener Schulen“ handelt es sich um einen aus zwölf Schulen mit rund 6.000 Schülerinnen und Schüler bestehenden Verband ehemaliger Schulen der „Sießener Franziskanerinnen“. „Wohin die Reise gehe“, vermochte freilich der Referent nicht zu sagen, die Zukunft sei immer dunkel und ungewiss, entscheidend sei jedoch der Aufbruch, das Nach-vorn-Schauen und Sich-auf-den-Weg-Machen. Dabei handele es sich sogar um eine biblische Lebenshaltung, wie die Gestalt des aufbrechenden Abraham zeige.


Orden als „Schulen des Lebens“


Die Ordensschulen sind heute von einem massiven Umbruch betroffen. Die Zahl der Ordenspersonen im Schuldienst geht zurück, die personellen und finanziellen Ressourcen schwinden. Die pädagogischen Fach- und Führungskräfte heute sind fast ausschließlich Laien-Mitarbeiter. Dennoch seien katholische Schulen heute verstärkt gefragt. „Orden sind Schulen des Lebens“, betonte Stollhof. Die Menschen suchten heute nach Lebensmodellen und bräuchten Antworten auf die Frage, wie wir heute und morgen leben sollen. Hier sollten die Orden verstärkt ihre reichen „spirituellen Schätze“ öffnen.

Überhaupt gelte es, bei Übergabe der Schule die jeweilige Ordensspiritualität als besonderes Markenzeichen unbedingt weiter zu pflegen. Sonst hätten diese Schulen keine Zukunft. Nicht selten geschehe das allerdings in Konkurrenz zu dem bisherigen Träger-Orden. Ordensleute müssten also lernen, hier loszulassen, sich zurückzunehmen und einmal auch auf die Laien zu hören. Verbunden damit ist der Appell an die Laien, sich mit der jeweiligen Ordensspiritualität auseinanderzusetzen und diese auch weiter zu kommunizieren. Das könne sogar als direkter Beitrag der Schulen zur Weiterentwicklung der Ordensspiritualität verstanden werden: „Ordensleute können so im Spiegel der Laien ihre Spiritualität nochmals neu sehen lernen.“ Das Ziel sei es, dass jeder in der Schule sagen könne, was die besondere spirituelle Ausrichtung dieser Schule sei. Die neue Rolle des Ordens als bisheriger Schulträger bestehe darin, nicht nur Schulerhalter, sondern vor allem auch „spirituelle Quelle“ zu sein und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihren ehemaligen Schulen „brüderlich und schwesterlich“ zur Seite zu stehen.