Start „VOSÖ-Care-Programm“ - psychosoziales Unterstützungsprogramm für Kinder und Jugendliche österreichweit

Mit dem Schuljahr 2026/27 startet die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) am Bildungsstandort Maria Regina in Wien das „VOSÖ-Care-Programm“, ein psychosoziales Unterstützungsprogramm für Kinder und Jugendliche.

Die Welt von heute stellt neue Anforderungen, mit denen viele Kinder und Jugendliche, gerade im psychosozialen Bereich, oftmals überfordert sind. Deshalb brauchen sie vermehrt gezielte Unterstützung. Das VOSÖ Care Programm reagiert auf diesen gesellschaftlichen Bedarf.

 

 

Psychologin Karin Alt, VOSÖ-Geschäftsführerin Martha Mikulka, Klassensprecherin Elen Cetinkaya,
Direktorin Andrea Murtinger und Elternvereinsobmann Matthias Witzemann (v.l.) präsentierten am 8. Oktober 2026 am Clara Fey Campus Maria Regina
das neue „VOSÖ-Care-Programm“. (c) ÖOK/Elisabeth Mayr-Wimmer

 

Ecksäulen VOSÖ Care Programm

Am Campus Maria Regina startet die VOSÖ als ersten von insgesamt 24 Bildungsstandorten die österreichweite Ausrollung des neu entwickelten „VOSÖ Care Programms“. Das Programm bündelt und erweitert unterstützende und präventive Angebote für die psychosoziale Gesundheit der Lernenden.

Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit und Alltagsbewältigung der Kinder und Schüler:innen in den Bildungseinrichtungen zu stärken und sie damit auf ihrem Bildungsweg bestmöglich zu begleiten. Die Leitungen und Pädagog:innen bleiben die wichtigsten Bezugs- und Ansprechpersonen für die Lernenden. Sie werden dabei unterstützt von Sozialarbeiter:innen, Psycholog:innen und anderen psychosozial geschulten internen und externen Expert:innen. Die VOSÖ setzt dabei hohe Standards in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit der helfenden Berufsgruppen untereinander und mit den Leitungen.

 

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VOSÖ Geschäftsführerin Martha Mikulka erläutert die Beweggründe für die Etablierung des Care Programms: „Vieles von dem, was Kinder und Jugendliche heute beschäftigt, kommt natürlich mit ihnen in unsere Kindergärten und Schulen. Wir wollen nicht erst dann reagieren, wenn eine Situation bereits eskaliert ist. Wir wollen früher da sein, gut hinschauen und ein Netzwerk schaffen, das unsere Bildungsstandorte unterstützt und Kindern und Jugendlichen möglichst niederschwellig Hilfe anbietet. Und dabei geht es für mich um mehr als einzelne Maßnahmen. Es geht um eine Haltung: Kein Kind und kein junger Mensch soll mit seinen Sorgen alleinbleiben. Und auch unsere Pädagog:innen sollen wissen: Wenn eine Situation schwierig wird, gibt es Menschen, die mittragen und unterstützen. Ordensschulen haben in ihrer Geschichte immer sehr genau auf die jeweilige Zeit geschaut und darauf, was Menschen gerade brauchen. Für mich ist das VOSÖ-Care-Programm genau so eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit und ein bewusster Schritt in die Zukunft – im Sinne unserer Kinder und Jugendlichen.“

 

VOSÖ Care in Maria Regina ab 2026/27

„Für uns am Standort bedeutet VOSÖ Care, den Blick auf das Kind in seiner Gesamtheit zu richten, erklärt Andrea Murtinger, AHS Direktorin und Standortkoordinatorin am Campus Maria Regina. „Neben der geistigen Bildung und der Herzensbildung gehört für uns auch dazu, wahrzunehmen, was Kinder und Jugendliche beschäftigt und wo sie Unterstützung benötigen. Auch Prävention ist uns dabei ein wichtiges Anliegen. Angebote wie die Mental Health Days, Workshops zur psychosozialen Gesundheit und die Peer-Mediation geben unseren Schüler:innen Raum, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die sie in ihrem Alltag beschäftigen, und zugleich Fähigkeiten für einen guten Umgang miteinander zu entwickeln. Letztlich geht es um eine Umgebung, in der Kinder und Jugendliche Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung erfahren. Das ist eine gemeinsame Aufgabe, die nur in einer guten

Schulpartnerschaft gelingen kann. Denn wir sind überzeugt: Wenn es einem Kind gut geht, kann es seine Fähigkeiten entfalten. Ein gesunder Geist ist die Grundlage dafür, dass auch Leistung gelingen kann,“ so Murtinger.

 

(c) ÖOK/Elisabeth Mayr-Wimmer

 

 

Stimme der Jugend – Statement von Elen Cetinkaya, Klassensprecherin 8c Gymnasium MR

„Wenn man schon merkt, dass der Druck zu groß wird und er sich zu sehr auf das eigene Leben auswirkt, ist es wichtig, Hilfe zu bekommen, um damit richtig umzugehen. Natürlich kann es helfen mit Freundinnen und Freunden oder anderen vertrauten Personen darüber zu reden. Doch es ist auch wichtig professionelle Unterstützung aufzusuchen, bevor das Problem größer wird. Dafür muss aber zuerst aufgeklärt werden. Aufgeklärt, dass man Hilfe holen kann und sollte, wo es diese Hilfe gibt und dass es nichts ist, wofür man sich schämen muss.“

 

Finanzierung VOSÖ Care Programm

Die Finanzierung des „Care Programms“ erfolgt größtenteils durch die VOSÖ als Schulerhalter und wird durch einen Beitrag der Eltern ergänzt. Im Kindergartenbereich wird ein solcher Beitrag bereits seit 2025 eingehoben. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird auch im Schulbereich ein monatlicher Beitrag in Höhe von   € 5,- pro Kind gemeinsam mit dem Schulgeld verrechnet.

„Wir haben das Thema im Vorstand des Elternvereins diskutiert und uns eindeutig dafür ausgesprochen. Daher unterstützen wir auch die Finanzierung des Programms. Wir merken als Eltern, dass der Druck auf Jugendliche aus den unterschiedlichsten Richtungen immer größer wird und halten die Einführung vom VOSÖ Care Programm für einen richtigen und wichtigen Schritt“,“ erklärt Dr. Matthias Witzemann, Elternvereinsobmann in Maria Regina. „Ich sehe in den letzten Jahren und auch insbesondere in der Oberstufe, dass der Leistungsdruck immer größer wird, gerade mit Blick auf die weitere Ausbildung und Zukunft. Dazu kommen die sozialen Medien – Wie darf/muss ich aussehen? Welche Hobbies soll ich haben? Daher halte ich die Einführung vom VOSÖ Care Programm für einen richtigen und wichtigen Schritt.“

 

Zahlen & Fakten zum VOSÖ CARE Programm im Bildungsjahr 2026/27

  • Teilnahme von 31 VOSÖ Schulen, gesamt ca. 8.800 Schüler:innen an den „Mental Health Days“
  • Teilnahme von 11 VOSÖ Volksschulen in Wien und NÖ, gesamt ca. 680 Schüler:innen der 1. Klasse am „Emotionsregulationstraining“. Dazu wurden im Frühjahr 2026 bereits 95 Pädagog:innen und Leitungen von einer VOSÖ-Psychologin geschult.
  • Eltern-Akademie: Wir laden rund 9700 Erziehungsberechtigten von 33 Schulen ein.

 

 

Infobox zur VOSÖ:

  • 1993 auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften gegründet mit dem Ziel, Bildungseinrichtungen, die nicht mehr von den Ordensgemeinschaften selbst verwaltet werden können, in die Zukunft zu führen.
  • 2026 ist die VOSÖ der größte private Schulträger Österreichs.
  • 24 Bildungsstandorte (mit gesamt 85 Einrichtungen) von 16 Orden in 8 Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark)
  • Rund 14.000 Kinder und SchülerInnen besuchen Bildungseinrichtungen der VOSÖ
  • Details unter: ordensschulen.at